Ein konsekutives Masterstudium, also ein weiterführender Studiengang, der zeitlich und inhaltlich auf den vorangegangenen Bachelor aufbaut, ist Teil einer einheitlichen Erstausbildung. Das entschied der Bundesfinanzhof (BFH) mit seinem Urteil vom 3.9.2015. Dadurch besteht auch nach einem abgeschlossenen Bachelorstudiengang ein Anspruch auf Kindergeld.

Seit der ab 2012 geltenden Regelung des Einkommensteuergesetzes haben Kinder in der Ausbildung bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres einen Anspruch auf Kindergeld. Irrelevant ist dabei, ob es sich um eine Erst-, Zweit- oder Drittausbildung handelt. Arbeitet ein Kind jedoch nach seiner Erstausbildung (zum Beispiel Bachelor plus Master) während einer weiteren, neuen Ausbildung regelmäßig mehr als 20 Stunden wöchentlich, entfällt der Anspruch auf Kindergeld.

Mit seiner Entscheidung legte der BFH fest, dass ein Masterstudium, das direkt im Anschluss an den Bachelor absolviert wird, nicht eine Zweitausbildung, sondern ein Teil der Erstausbildung ist. Die Begründung liegt darin, dass das Masterstudium „konsekutiv“, also weiterführend ist. Somit steht es in einem engen zeitlichen wie auch sachlichen Zusammenhang mit dem Bachelor und ist als Teil der Erstausbildung zu werten. Ist durch den Bachelor-Abschluss die Erstausbildung jedoch noch nicht vollendet und das Kind arbeitet während des Masters mehr als 20 Stunden wöchentlich, besteht trotzdem Anspruch auf Kindergeld.

Wirtschaftsprüfer
Steuerberater
Rechtsanwälte
Beratungsfelder
Dr. Hille Zirch & Partner | Dr. Hille Heinemann Rechtsanwälte | Beim Glaspalast 1 | 86153 Augsburg | T 0821 25796-0 /-66