Umsatzsteuervoranmeldung

Was ist die Umsatzsteuervoranmeldung? – Die Umsatzsteuervoranmeldung einfach erklärt

Jeder Unternehmer – mit Ausnahme der Kleinunternehmer – muss seinen Kunden für erbrachte Leistungen, verkaufte Waren etc. bei der Erstellung einer Rechnung auf alle Netto-Beträge eine Umsatzsteuer berechnen. Der Kunde zahlt die Umsatzsteuer zusammen mit dem Netto-Betrag an den Unternehmer, doch eigentlich steht die Umsatzsteuer ja dem Finanzamt zu. Das heißt der Unternehmer baut eine Umsatzsteuerschuld auf, die er am Jahresende in der Umsatzsteuererklärung angeben muss. Aber: Um nicht die komplette Umsatzsteuerschuld am Jahresende auf einmal an das Finanzamt begleichen zu müssen, meldet der Unternehmer mit der Umsatzsteuervoranmeldung monatlich oder vierteljährlich, wieviel er dem Finanzamt schuldet und leistet eine Umsatzsteuer-Vorauszahlung. Diese Vorauszahlung wird am Jahresende, zur eigentlichen Fälligkeit der Umsatzsteuer, angerechnet. Der Aufwand, der mit der Ust-Voranmeldung verbunden ist, ist für den Unternehmer recht hoch und sollte daher von einem kompetenten Steuerberater durchgeführt werden, der Erfahrung im Bereich Steuererklärung und Jahresabschluss besitzt.

Lesen Sie unten weiter für mehr Informationen.

Was Sie zur Umsatzsteuervoranmeldung wissen müssen


Warum eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben?

Der Staat schreibt im Umsatzsteuergesetz im §18 UStG vor, dass die Umsatzsteuervoranmeldung vierteljährlich bzw. monatlich an das Finanzamt abgegeben werden muss. Die Vorteile der Umsatzsteuervoranmeldung liegen hier klar beim Finanzamt: Es sichert sich so gegen ein Ausfallrisiko ab – schließlich könnte der Unternehmer in eine Liquiditätskrise geraten und am Jahresende finanziell nicht mehr in der Lage sein, die Umsatzsteuerschuld zu begleichen. Außerdem entsteht durch die vereinnahmte Umsatzsteuer ein Zinsvorteil. Diese soll dem Staat zu Gute kommen und nicht dem Unternehmer.


Umsatzsteuervoranmeldung und ihre Frist – Wann muss die Umsatzsteuervoranmeldung abgegeben werden?

Unternehmer sind umsatzsteuerpflichtig und sind nach §18 UStG gesetzlich dazu verpflichtet, eine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben. Der zeitliche Abstand bzw. der Zeitraum, für welchen die Voranmeldung erfolgen muss, variiert.

Die Umsatzsteuervoranmeldung muss in elektronischer Form an das Finanzamt übermittelt werden (§18 Abs. 1 Satz 1 UStG). Das ausgefüllte Umsatzsteuervoranmeldung-Formular ist durch ELSTER (elektronische Steuererklärung) grundsätzlich spätestens am 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums abzugeben (siehe auch Dauerfristverlängerung).

Grundsätzlich muss die Umsatzsteuervoranmeldung vierteljährlich erfolgen (§18 Abs. 2 Satz 1 UStG).

Die vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung gilt allerdings nicht immer. War die Umsatzsteuerschuld im Vorjahr höher als €7.500,-, verkürzt sich der Voranmeldungszeitraum auf den Kalendermonat. Das heißt, der Unternehmer ist verpflichtet, die Umsatzsteuervoranmeldung monatlich einzureichen.

Unter Umständen kann die Pflicht zur Umsatzsteuer-Voranmeldung auch entfallen. Lag die Umsatzsteuerschuld im Vorjahr unter €1.000,-, muss – je nach Ermessen des zuständigen Finanzamts – kein Formular zur Umsatzsteuervoranmeldung übermittelt werden (§18 Abs. 2 Satz 3 UStG).

Entgegen dem oben gesagten muss ein Unternehmen in den ersten zwei Jahren seiner gewerblichen Tätigkeit die Umsatzsteuervoranmeldung monatlich abgeben.

Anders verhält es sich bei der Umsatzsteuer für Kleinunternehmer. Sie sind nicht umsatzsteuerpflichtig und müssen keine Umsatzsteuervoranmeldung einreichen.


ELSTER und die Umsatzsteuervoranmeldung – Umsatzsteuervoranmeldung nur noch online?

Grundsätzlich gilt: Die einzige Übermittlungsart der Umsatzsteuervoranmeldung-Formular an das Finanzamt ist ELSTER. Allerdings hat das zuständige Finanzamt einen gewissen Spielraum und kann hier Ausnahmeregelungen treffen, so dass eine Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung im Ausnahmefall auch in Papierform möglich ist. Eine Ausnahmegenehmigung muss beim zuständigen Finanzamt beantragt werden und wird nur dann genehmigt, wenn dadurch „unbillige Härten“ (§18 Abs. 1 Satz 2 UstG) vermieden werden.

Ein Vorteil der ELSTER-Umsatzsteuervoranmeldung ist, dass hierdurch die Kosten gesenkt werden können, denn es spart Papier, Formulare und Porto. In der Steuerkanzlei Dr. Hille Zirch & Partner übermitteln wir die Umsatzsteuervoranmeldung unserer Klienten ebenfalls elektronisch an das Finanzamt. So kann kostengünstiger und schneller gearbeitet werden – ein Vorteil, den wir finanziell an unsere Klienten weitergeben können. Dank professioneller Buchhaltungssoftware arbeiten wir noch effizienter.


Welche Angaben müssen in der Umsatzsteuervoranmeldung gemacht werden?

Die wichtigsten Angaben, die im Formular der Umsatzsteuervoranmeldung gemacht werden müssen, sind der Umsatz, die selbst bezahlte Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer, sowie evtl. die Anrechnung einer geleisteten Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung im Zusammenhang mit der Dauerfristverlängerung.

Der Umsatz bezieht sich auf den jeweils relevanten Zeitraum, also einen Monat oder ein Quartal, und die Umsatzsteuersätze (zum Beispiel 19% oder 7%). Daraus wird die durch den Unternehmer vereinnahmte Umsatzsteuer berechnet.

Der vereinnahmten Umsatzsteuer wird die vom Unternehmer selbst bezahlte Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer sowie eine evtl. geleistete Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung gegenübergestellt. Aus diesen beiden Beträgen wird errechnet, wie hoch die Umsatzsteuervorauszahlung ausfällt, die der Unternehmer an das Finanzamt abzuführen hat. Hat der Unternehmer im relevanten Zeitraum selbst mehr Umsatzsteuer gezahlt als vereinnahmt, ergibt sich daraus ein Überschuss zugunsten des Steuerpflichtigen und damit ein Zahlungsanspruch gegen das Finanzamt.

Hat ein Steuerberater die Umsatzsteuervoranmeldung für einen Klienten erledigt, muss auch dies im Formular vermerkt werden.

Die elektronisch sichere, mit dem Datenschutz konforme Übermittlung der Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt wird durch das ELSTER-Zertifikat gewährleistet.


Dauerfristverlängerung bei der Umsatzsteuervoranmeldung – wie wird sie beantragt?

Kann ein Unternehmer die Umsatzsteuervoranmeldung nicht rechtzeitig an das Finanzamt weitergeben, so kann er eine Dauerfristverlängerung beantragen. Diese gewährt ihm einen Aufschub von einem zusätzlichen Monat und wirkt sich auch auf die nachfolgenden Umsatzsteuervoranmeldungen aus, also auf Dauer. Die Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung legt dies im §46 UStDV fest. Jedoch kommt es dadurch nicht zu einer Fristverlängerung für die jährliche Umsatzsteuererklärung. Diese ist weiterhin im Januar des Folgejahres fällig.

Möchte ein Unternehmer einen Antrag auf Dauerfristverlängerung beim Finanzamt stellen, so muss er dies am Anfang des betreffenden Jahres tun. Muss der Unternehmer die Umsatzsteuervoranmeldung monatlich abgeben, so muss der Antrag bis spätestens 10. Februar gestellt werden. Erfolgt die Umsatzsteuervoranmeldung vierteljährlich, so muss der Antrag auf Dauerfristverlängerung dem Finanzamt spätestens am 10. April des laufenden Jahres vorliegen.


Ablehnung des Antrags auf Dauerfristverlängerung durch das Finanzamt bei der Umsatzsteuervoranmeldung?

In Ausnahmefällen lehnt das Finanzamt den Antrag auf Dauerfristverlängerung ab – nämlich dann, wenn der „Steueranspruch gefährdet“ erscheint (§46 Satz 2 UStDV), doch im Normalfall greift das Finanzamt nicht auf diese Regelung zurück, sondern gibt der Dauerfristverlängerung statt. Anders sieht es aus, wenn es darum geht, eine Dauerfristverlängerung zu widerrufen.

Das Finanzamt hat das Recht, eine Dauerfristverlängerung zu widerrufen, muss aber eine Begründung vorlegen, warum es diese Entscheidung getroffen hat. Hier wird dann evtl. eine Sondervorauszahlung nicht erstattet, sondern stattdessen mit bestehenden Umsatzsteuerforderungen verrechnet.


Dauerfristverlängerung und Sondervorauszahlung bei der Umsatzsteuervoranmeldung

Muss der Unternehmer seine Umsatzsteuervoranmeldung monatlich abgeben, stimmt das Finanzamt einer Dauerfristverlängerung nur zu, wenn der Unternehmer eine Sondervorauszahlung leistet. Diese Sondervorauszahlung beläuft sich auf ein Elftel der Steuerschuld des Vorjahres und wird im Januar des Folgejahres bei Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung für Dezember des vorangegangenen Jahres angerechnet. Oft empfehlen Steuerberater die Dauerfristverlängerung, da sie durch die Sondervorauszahlung lukrativer ist als die Zahlung von einem etwaigen Säumniszuschlag. Da dieser Aufschub effektiv aber nur einmal zum Tragen kommt, sollte die Umsatzsteuervoranmeldung besser regelmäßig und pünktlich an das Finanzamt zugestellt werden.


Pünktliche Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung

Wichtig ist, dass die Abgabefrist für die Umsatzsteuervoranmeldung pünktlich abgegeben wird. Die aktuellen Abgabetermine behalten wir in der Steuerkanzlei Dr. Hille Zirch & Partner für unsere Klienten im Blick. Um auf dem Laufenden zu bleiben, können Sie auch die Steuertermine beim Bundeszentralamt für Steuern einsehen.


Bei der Umsatzsteuervoranmeldung Umsatzsteuer sparen durch pauschale Durchschnittssätze

Liegt der Umsatz eines Unternehmers im Vorjahr nicht höher als €61.356,-, so kann er von einem pauschalen Durchschnittssatz profitieren (§69 Abs. 3 UStDV). Hier wird nicht die tatsächlich gezahlte Vorsteuer, die aus den bezahlten Rechnungen hervorgeht, gegen die vereinnahmte Umsatzsteuer aufgerechnet, sondern von letzterer kann ein Durchschnittssatz abgezogen werden. Hiervon profitieren vor allem Selbständige mit niedrigen Betriebsausgaben.


Wie beantragt man bei der Umsatzsteuervoranmeldung einen pauschalen Durchschnittssatz beim Finanzamt?

Die Pauschale muss nicht mit einem extra Formular beim Finanzamt beantragt werden, sondern kann direkt in das Formular für die Umsatzsteuervoranmeldung eingetragen werden. Hier trägt man im Feld „Vorsteuerbeträge, die nach allgemeinen Durchschnittssätzen berechnet sind“ einen prozentualen Anteil der eingetragenen Umsatzsteuer ein. Den jeweils für eine Branche aktuellen Durchschnitssatz kann man der Anlage zu §§69-70 der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung entnehmen. Der Antrag kann auch durch Eintragen in das entsprechende Feld bei der Umsatzsteuererklärung für das ganze Jahr vorgenommen werden und kann rückwirkend bis zur Unanfechtbarkeit der Umsatzsteuerfestsetzung gelten.


Beispiel für das Umsatzsteuer-Sparen mit dem pauschalen Durchschnittssatz bei der Umsatzsteuervoranmeldung

Als Beispiel kann hier ein Schriftsteller herangezogen werden. Angenommen, er hatte im zweiten Quartal 2015 Netto-Einnahmen von €6.500,-. Damit hätte er €1.235,- an Umsatzsteuer vereinnahmt (19% von €6.500,-). Selbst hat der Schriftsteller im zweiten Quartal €50,- Umsatzsteuer als Vorsteuer bezahlt. Rechnet man nun die vereinnahmte Umsatzsteuer gegen die selbst bezahlte Umsatzsteuer auf, so ergibt sich eine Umsatzsteuerschuld von €1.185,- gegenüber dem Finanzamt (€1.235 - €50). Legt er aber den Durchschnittssatz von 2,6% für Schriftsteller zugrunde, so sieht das Endergebnis anders aus. Hier kann er 2,6% von €6.500,-, also €169,-, gegen die vereinnahmte Umsatzsteuer aufrechnen lassen. Damit schuldet er dem Finanzamt nur noch €1.066,- (€1.235 - €169,-) statt €1.185,-. Es lassen sich hier also €119,- an Umsatzsteuer sparen.


Die Umsatzsteuervoranmeldung in der Übersicht

  • Je nach Einzelfall erfolgt die Umsatzsteuervoranmeldung monatlich oder vierteljährlich.
  • Der letzte Abgabetermin für die Umsatzsteuervoranmeldung ist der zehnte Tag des Monats, der dem Voranmeldungszeitraum folgt.
  • Die Umsatzsteuervoranmeldung gibt Auskunft darüber, wie hoch die Vorauszahlung auf die Umsatzsteuerschuld ausfällt, die der Unternehmer am Jahresende zu begleichen hat.
  • Die Umsatzsteuervoranmeldung muss elektronisch per ELSTER erfolgen.
  • Pauschale Durchschnittssätze können bestimmte Berufsgruppen steuerlich entlasten.
  • Die Dauerfristverlängerung gewährt einen Aufschub von einem Monat für die Umsatzsteuervoranmeldung und wirkt sich auch auf die Folgemonate aus.
  • Erst durch die Umsatzsteuererklärung wird endgültig geklärt, wie hoch die Steuerschuld des Unternehmers für das gesamte Jahr ist. Diese muss dem Finanzamt bis zum 31. Mai des Folgejahres vorliegen.

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