Verfallsfrist bei Dauererkrankung des Mitarbeiters – Vererbbarkeit des Abgeltungsanspruchs

Urlaubsansprüche entstehen selbst dann, wenn der Arbeitnehmer arbeitsunfähig erkrankt ist. Ist ein Arbeitnehmer über den Jahreswechsel hinaus krankgeschrieben, stellt sich oftmals die Frage, welche Folgen dies im Hinblick auf seinen Jahresurlaub hat: Verfällt dieser oder wird er auf das Folgejahr übertragen – oder gar noch länger?

Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts geht der Urlaub in derartigen Fällen erst 15 Monate nach Ablauf des betreffenden Urlaubsjahres unter, wenn er bis dahin krankheitsbedingt nicht genommen werden kann. Beispiel: Der Jahresurlaub 2015 geht bei fortdauernder Krankheit des Arbeitnehmers erst mit Ablauf des 31.03.2017 (ersatzlos) unter. Bis dahin bleibt er erhalten – und zwar in vollem Umfang (vgl. zuletzt BAG vom 22.09.2015, 9 AZR 170/14).

Endet das Arbeitsverhältnis, ist noch offener Urlaub abzugelten, also auszuzahlen. Stirbt der Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, fällt sein Urlaubsabgeltungsanspruch in den Nachlass und kann von den Erben geltend gemacht werden. Er ist also vererbbar (vgl. BAG vom 22.09.2015, 9 AZR 170/14).

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