Kurzfristige Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses und seine Folgen

Scheidet ein Arbeitnehmer nach erfüllter Wartezeit (= sechsmonatiges Bestehen des Arbeitsverhältnisses) in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres (= ab 01.07.) aus, hat er Anspruch auf seinen vollen – also ungekürzten – Jahresurlaub. Kann er diesen nicht mehr in Gänze in natura einbringen, sind die nicht genommenen Urlaubstage abzugelten. Dies entspricht den Regelungen des Bundesurlaubsgesetzes.

Was aber gilt, wenn das Arbeitsverhältnis bereits vor dem endgültigen Ausscheiden des Arbeitnehmers im selben Kalenderjahr schon mal kurzzeitig unterbrochen worden war? Besteht auch dann Anspruch auf den vollen Jahresurlaub? Mit Urteil vom 20.10.2015 (9 AZR 224/14) hat das Bundesarbeitsgericht dies unter der Prämisse bejaht, dass die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bereits vor seiner kurzen Unterbrechung (dort: wenige Tage) vereinbart worden war. Der Arbeitgeber konnte sich mit seiner Argumentation, wonach der betreffende Arbeitnehmer (wegen der Unterbrechung) nur zwei Teilurlaubsansprüche i.S.d. § 5 BUrlG erworben habe, also nicht durchsetzen.

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